Die hawaiianischen Inseln, früher nicht einmal von Mücken und Vögeln besiedelt, sind die am weitesten vom Festland entfernten Inseln auf unserem Planeten. Von Los Angeles oder San Francisco fliegt Ihr beispielsweise 5 bis 6 Stunden nach Honolulu. Die Südseeinseln sind zwar der 50. Staat der USA, aber geographisch werden sie Polynesien zugeordnet. Das merkt man auch überall stark. Ob es die freundliche Lebensart ist, die vielen exotischen Blumen und Blütenkränze, die viele Köpfe und Dekolletés schmücken, die Liebe zum Surfen und der Natur oder der unverkennbare polynesische Gesang, der gerade abends an den touristischen Spots erklingt. Insgesamt gibt es 130 hawaiianische Inseln, aber nur acht davon sind bewohnt. Ein Name klingt schöner als der andere: Moloka’i, Kaua’i, Lana’i, Ni’ihau, Kaho’olawe Big Island, Maui, und O’ahu.
Ich habe mich dazu entschieden, drei Wochen zum Surfen und Relaxen in Polynesien zu verbringen und die hawaiianische Lebensweise und den damit verbundenen besonderen Spirit zu erleben. Eine halbe Woche bin ich auf Maui und den Rest der Tage erkunde ich O’ahu. O’ahu ist sehr dicht besiedelt, um die 75% der gesamten Einwohner der acht traumhaften Inseln leben dort und dies könnte Euch bei der Ankunft am Flughafen und in der Metropole Honolulu stark schockieren. Allerdings gibt es wunderbare ruhige und weniger touristische Ecken. Lasst Euch also nicht von dem grauen Beton abschrecken, der graue Dschungel verwandelt sich bald in einen Grünen.

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Vom internationalen Flughafen nach Waikiki braucht Ihr circa 20 bis 30 Minuten mit dem Auto.
Der Waikiki Strand eignet sich mit seinen flachen und breiten Wellen besonders gut zum Surfen lernen. Entweder Ihr nehmt Unterricht bei den vielen Surfschulen am Strand oder Ihr mietet Euch ein Surfbrett und versucht es selbst. Es ist gar nicht so schwierig. Beobachtet am Anfang die umliegenden Surfklassen und hört Euch an, was der Surflehrer zu berichten hat und dann klappt der Riesenspaß wie von selbst. Wenn Ihr kurz nach dem Sonnenaufgang am Strand seid und euch ein Brett leiht, sind auch kaum Touristen da. Durch den Jetlag in den ersten paar Tagen fällt es mir auf Reisen auch immer sehr leicht und stellt nur eine geringe Hürde dar. Die Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge sind wunderschön.

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Hanauma Bay – eine tolle Bucht zum Schnorcheln: in der Hanauma Bay lässt es sich prima Schnorcheln und Schwimmen. Auch könnt Ihr nur am Strand liegen und die Seele baumeln lassen. Der Eintritt kostet 7,50 $. Nach Bezahlen des Eintritts müsst Ihr Euch einen Film über Verhaltensregeln in der Bucht ansehen und direkt im Anschluss kann es dann auch schon losgehen. Auch bei dieser Touristenattraktion solltet Ihr früh auf den Beinen sein, damit Ihr einen schönen Platz in der Bucht bekommt und nicht vor lauter Touristen keinen Fisch mehr seht. Dienstags hat die Bucht immer geschlossen, damit sich das Riff etwas erholen kann. Natürlich merkt die Flora und Fauna die starke Nutzung der Menschen. Ich bin mir etwas unsicher, ob ich dazu raten soll die Hanauma Bay aufzusuchen, denn der Schutz der Natur liegt mir am Herzen. Trotzdem will ich die Sehenswürdigkeit nicht ungenannt lassen. Wenn sich aber jeder an die Regeln hält, sollte eigentlich eine schonende „Nutzung“ der Bucht möglich sein.

Der glitzernde „Diamond Head“:
Ist die anstrengende Wanderung definitiv wert, denn von hoch oben habt Ihr einen phänomenalen Ausblick aufs Meer und auf Waikiki. Den Hike solltet Ihr unbedingt machen und das natürlich auch früh morgens für super Fotos und um der Hitze etwas zu entkommen. Zumindest am Anfang. Denkt an Wasser, Snacks und viel Sonnencreme. Gute Wanderschuhe sind auch wichtig, aber die dürfen auf Hawaii eh nicht im Gepäck fehlen.

Polynesien Cultural Center:

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Eine sehr touristisch-kitschige Ausflugsmöglichkeit ist das Polynesien Cultural Center. Dort gucke ich mir einen Tag die polynesischen Inseln der Südsee an und fühle mich ein bisschen wie in einer künstlichen und heilen Welt. Das Kulturcenter kann man sich wie Disneyland vorstellen, das heißt, Ihr fahrt – oder geht durch den Park zu Fuß – mit einem kleinen Boot durch einen künstlichen Kanal im Park und legt immer wieder an den den Haltepunkten an. Dort erlebt Ihr dann ein paar Stämme der Südsee und könnt zum Beispiel an Gesängen teilhaben, seht wie die Menschen vor Jahrhunderten gejagt oder wie sie Waffen gebaut haben. Am Abend gibt es noch ein Luau (Abendessen nach traditioneller Art) und die große Feuershow mit allen Künstlern/Darstellern des Centers. Ich habe das Ali’i Luau Package für 114,95$ gewählt und bin sehr begeistert. Wer also Disneyland oder Eurodisney mag, findet auch das Polynesien Cultural Center klasse. Ali’i Luau Package

Ein Haikäfig im azurblauen Pazifik:

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Wenn Ihr schon immer mal in sicherer Umgebung mit Haien schnorcheln wolltet, dann ist diese Firma genau das richtige für Euch. Mit Hawaii Shark Encounters könnt Ihr den Majestäten der Ozeane scheinbar bedrohlich nahe kommen. In einem Metallkäfig, der mit einem Boot circa eine halbe Stunde von der Northshore liegt, macht Ihr eine einmalige Erfahrung. Mit Schnorchel, Schwimmmaske und Kamera könnt Ihr zu dritt oder viert in den großen und sicher befestigten Käfig einsteigen und eine ganze Zeit lang viele verschiedene Haiarten beobachten. Es tummeln sich schon nach kurzer Zeit häufig Sandbankhaie, Galapagoshaie und Tigerhaie. Wenn Ihr Glück habt, tauchen auch mal Hammerhaie oder Blauhaie auf. Ich hatte leider kein Glück, trotzdem ist es für mich eine der besten Erfahrungen, die ich auf Hawaii gemacht habe. Jeder Dollar hat sich gelohnt und ich würde es direkt wieder tun.

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Für den Tag müsst Ihr 115,50 $ investieren, Kinder zahlen nur 82,50$.

Die Insel Maui:

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Von Honolulu nehme ich den Flieger rüber nach Maui und bin in einer halben Stunde vor Ort. Island-Hopping könnt Ihr schon ganz günstig machen, Ihr bekommt Flüge schon für ungefähr 50 bis 70 Euro. Zwischen Oahu und Maui gibt es aber auch eine Fährverbindung. Wenn Ihr Euch ein Auto mietet, könnt Ihr dieses sogar mit auf die Fähre nehmen.
Ich habe mich für eine knappe Woche im Banana Bungalow eingemietet, weil das Hostel jeden Tag einen kostenlosen Ausflug mit seinen Gästen macht. Einfach genial.
An einem Tag fahre ich schon früh morgens mit den Guides und Gästen zum Vulkan Haleakalā. Eine sehr gut ausgebaute Straße führt bis uns hoch zum Gipfel. Dort lassen wir die Autos stehen und unsere Tageswanderung beginnen. Auf dem Weg bieten sich viele attraktive Ausblicke bis hinunter zum blauen Pazifik. A Martina Hawaii 2007 822Der Haleakalā ist der größte ruhende Vulkan der Erde und lockt mit phänomenaler Natur, auch im so scheinbar kargen und tristen Krater.
Scharfe und raue Lava-Formationen in grau, anthrazit, schwarz, braun, rot, orange und anderen Farben warten auf Euch. Dieser Teil der Insel Maui wirkt auf mich wie der Mond.
Haleakalà bedeutet „Haus der Sonne“ – denkt also an genügend Sonnencreme, aber auch an lange Kleidung, denn es wird nicht nur warm und heiß, sondern auch sehr kalt! Festes Schuhwerk ist natürlich selbstverständlich, da das Terrain gar nichts anderes zulässt. Achtet auch auf die Sohle Eurer Schuhe, sie sollte dick genug sein, damit sie bei der längeren Wanderung nicht von den scharfen Lavasplittern zerschnitten wird.

A Martina Hawaii 2007 799Im 3055 Meter hohen Vulkan seht Ihr auch viele endemische Tiere und Pflanzen. Zum Beispiel die Hawaiigans oder auch und das seltene Silversword. Eine Pflanze, die auf den ersten Blick wenig spektakulär erscheint aber in er Blütephase umso schöner wirkt. Rot, gelb und rosé-Pink sind die Blütenfarben, die die silbernen Blätter lebendiger wirken lassen. Die „Ahinahina oe“ gehört zur Familie der Sonnenblumen und gehört zu den wenigen noch nicht ausgestorbenen einheimischen Pflanzenarten.

A Martina Hawaii 2007 813Geliebt werden die silbernen Kugeln nicht nur von den Touristen für Selfies oder andere Fotos, auch die verwilderten Ziegen lieben die Pflanzen so sehr, dass sie sie fressen.
Die hawaiianische Gans ist leider vom Aussterben bedroht, denn immer wieder wird sie durch eingeschleppte Fressfeinde wie beispielsweise Hunde und Katzen getötet. Leider jagt auch der Mensch diesen tollen Vogel. Darüberhinaus gefährdet die Tiere auch das Füttern durch Touristen, dadurch hält sich die Meergans mehr an den Straßenrändern auf und wird ab und an überfahren. Mehr als 50 Tiere sind in den letzten zwei Jahren von Autos überfahren worden.

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Die Hawaiigans ist weltweit die seltenste Gänseart. 1999 sind traurigerweise nur noch 1000 Tiere gezählt worden. Da bleibt nur zu hoffen, dass sich die Zahl der seltenen und schönen Federtiere schnell nach oben bewegt. Das Füttern ist übrigens strengstens untersagt!
Nach einer anstrengenden Wanderung durch den bezaubernden Nationalpark vorbei an Asche, Bims und Gesteinen sitzen wir abends in kaltem Wind zusammen und warten auf dem Parkplatz auf den schönsten Sonnenuntergang, den ich jemals erleben durfte.

A Martina Hawaii 2007 838Dort oben leuchtet der Himmel als wenn die Engel ein Konzert in ihrer eigenen, rosa Wolkenwelt geben würden.

Günstige Flüge findet Ihr über Urlaubsguru
Urlaubspiraten.
Oder spontan von den USA aus:
Flug von Las Vegas nach Kauai
Fünf Tage Hotel mit Mietwagen,
Flug nach Maui mit fünf Tagen Hotel und Mietwagen,
Flug nach Big Island,
fünf Tage Hotel + Mietwagen und Rückflug nach Las Vegas für 2100 €

Ich liebe Hawaii deshalb so, weil die meisten Polynesier mit der Natur im Einklang sind. Sie gehen eine symbiose mit Flora und Fauna ein und versuchen ihr kulturelles Erbe immer weiterzutragen. Respekt und Aloha vor dem anderen und vor der Natur ist ein Credo, das ihren Alltag erfüllt.
Lasst Euch von dem scheinbar unberührten Archipel bezaubern und genießt das Klima mit dem lauen Passatwind. Das Wasser des Pazifiks wird Euch wie Zuhause in der Badewanne vorkommen und die freundlichen Menschen nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Übrigens: Ihr könnt das ganze Jahr über prima nach Hawaii reisen, da die Sonne jeden Monat mit dem Lächeln der Polynesier um die Wette strahlt.

A Martina Hawaii 2007 823Im Atelier findet Ihr noch weitere Fotos von Hawaii.