Für unschlagbare 370 Euro geht es von Paris in die Karibik mit der Fluggesellschaft XL France, um direkt zu überprüfen, wie es um den Rum bestellt ist. Durch Urlaubspiraten habe ich im Januar 2017 ein sehr günstiges Angebot gefunden. Somit geht es nonstop in die sagenhafte Inselwelt der Karibik. Mit Eurowings fliege ich für 49,95 Euro von Düsseldorf nach Paris, Charles de Gaulle. Leider gibt es momentan noch keine Direktflüge von Deutschland in das kleine französische Inselparadies. Ich nutze die Zeit und den Gabelflug und bleibe eine Nacht in Paris, um mir noch einmal den Eiffelturm und ein paar andere interessante Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Ich habe in unmittelbarer Nähe ein kleines kostengünstiges Zimmer über Airbnb gefunden.

_MG_1536Paris beeindruckt mich, obwohl ich als Kind schon ein paar Mal hier gewesen bin, entdecke ich die Stadt vollkommen neu. Mir fällt auf, dass die Pariser sehr hilfsbereit sind, denn immer wenn ich mit meinem schweren Koffer von 23 Kilo die langen Treppen der Metro hoch und runter muss – leider gibt es nur sehr selten Aufzüge oder Rolltreppen – reissen mir förmlich Männer und auch Frauen meinen Koffer aus der Hand und sind mir beim Tragen behilflich. Entspannter ist es den Bus vom Flughafen für 11 Euro in die Stadt zu nehmen. Ratsam ist auch die Gepäckstation von Charles de Gaulle, dort könnt Ihr Eure Koffer für eine gewisse Zeit einschließen. Zwei Tage kosten 28 Euro und ersparen Euch das nervige hin und herschleppen bei einem Gabelflug.

Ein paar Infos zu Guadeloupe:
Die sechs abwechslungsreichen Inseln Guadeloupes liegen direkt bei Martinique und Dominica. Guadeloupe gehört zu den Inseln über dem Winde und wird daher von Juli bis November ab und an von Tropenstürmen heimgesucht.
In den letzten Jahren blieb Gwada, wie man Guadeloupe auch nennt, von Hurricanes relativ verschont.

_MG_3257Die Eilande der Kleinen Antillen sind Überseegebiete Frankreichs. Das bedeutet, alle Gesetze, die in Frankreich erlassen werden, werden auch auf Guadeloupe angewendet. Wiederum bedeutet das auch für Euch, dass Ihr mit dem Euro bezahlt, da Guadeloupe in der EU ist. Die Amtssprache ist natürlich Französisch, wenn Ihr aber dieser Sprache nicht mächtig seid, kein Problem. Im Artikel habe ich Euch noch eine Internetseite verlinkt, die verschiedene Ausflugsmöglichkeiten vermittelt und auf Englisch zu kommunizieren ist für den Gründer der Firma kein Problem. Auf Basse-Terre und Grand-Terre werdet Ihr auch viele Einheimische treffen, die gerne englisch sprechen. Je kleiner und ursprünglicher die Inseln werden (Marie-Galante zum Beispiel), desto schwieriger wird es ohne Französischkenntnisse auszukommen. Vielleicht packt Ihr Euch einfach einen kleinen Übersetzer von Pons oder Langenscheidt ein, der auch ein paar Beispielsätze beinhaltet. Dadurch kommt Ihr relativ einfach durch Euren Urlaub.

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Auf Guadeloupe angekommen bin ich doch wirklich etwas überrascht über den großen und modern wirkenden Flughafen. Auch hier sind die Leute sehr freundlich und versuchen dir, obwohl du leider nicht wirklich ihrer Sprache mächtig bist, irgendwie mit Englisch weiterzuhelfen. Ein Taxi bringt mich für circa 33 Euro vom Flughafen, gelegen auf der Hauptinsel Grand-Terre, nach Le Gosier zu einem kleinen Häuschen, in dem ich ein Apartment über Airbnb gebucht habe. Ich bin sehr glücklich, diese Wahl getroffen zu haben, da die Vermieterin, Agnes, unglaublich aufgeschlossen, hilfsbereit und freundlich ist. Sie spricht Französisch aber auch Englisch, mit dem man sich über alles Wichtige besten austauschen kann. Agnes hat mir bereits passend zur Ankunft Wasser, Säfte, Shampoo und Duschgel im Appartement bereitgestellt. Denn Sonntags sind die Geschäfte leider geschlossen. Das Apartment ist einfach nur bezaubernd und stellt sich in der Realität viel besser zur Schau als über die Homepage.

_MG_5372Nicht weit entfernt von dem schönen Apartment liegt der Strand La Datcha. Besonders abends ist er beeindruckend. Auch wenn alles in Dunkelheit getaucht ist, könnt Ihr noch an diesem Strand schwimmen und relaxen. Große Flutlichter sorgen für die beste Beleuchtung und kleine Bars für Euer leibliches Wohl. Von La Datcha habt Ihr einen sehr guten Blick auf die kleine Familieninsel Îlet de Gossier. Mit einem Taxiboot fahrt Ihr für fünf Euro hin und zurück und könnt so einen Tag, oder auch nur ein paar Stunden, auf der Insel verbringen. Besonders gut hat mir der Leuchtturm gefallen, der circa drei Minuten vom Anlegesteg entfernt ist.

_MG_1845Auf Îlet de Gossier befindet sich ein tolles Restaurant mit leckeren Köstlichkeiten der Karibik. Ihr müsst allerdings bei Öffnen der Küche Eure Bestellung aufgeben, denn das Mittagessen ist sehr beliebt und sehr schnell ausverkauft. Ein Heineken Bier bekommt Ihr dort schon für 2,50 Euro und ein Carib für 3,00 Euro. Für ein Fischgericht könnt Ihr etwa 15 bis 20 Euro einplanen. Es bietet sich aber auch an kostengünstig im Supermarkt einzukaufen und eine Kühltasche mitzunehmen.

Ausflüge:
Falls Ihr Ausflüge auf Guadeloupe buchen möchtet und Ihr kein Französisch könnt, geht es Euch wie mir. Ich kann ein paar einzelne Wörter und simple Sätze, die einem aber nicht bei einer Buchung eines Ausflugs nützlich sein können. Im Internet bin ich auf eine tolle Seite gestoßen, die sich Guadeloupe Advisor nennt. Ein Anbieter, der verschiedene Touren, zum Beispiel zum Vulkan La Suffriere oder auch Wanderungen zu Wasserfällen mit einem Picknick vor Ort anbietet. Viele andere interessante Ausflüge lassen sich auf der Seite entdecken. Stéphane Martial, der Gründer von Guadeloupe Advisor, hat mir zwei tolle Touren vermittelt.

_MG_2032Durch diesen sehr netten Zwischenanbieter müsst Ihr Euch um nichts kümmern, da er zu jeder Zeit erreichbar ist und sich um Eure Touren perfekt kümmert. Stéphane hat einige Jahre in Kanada gelebt und spricht dadurch natürlich fließend Englisch. Französisch ist seine Muttersprache und als Einheimischer der Karibik kennt er sich zudem besonders gut auf der kleinen Inselwelt Guadeloupes aus.

Picknick am Wasserfall (Hike and Picnic):
Schon früh Morgens trefft Ihr Euch auf Basse-Terre mit dem Anbieter Tourisme Sensation am verabredeten Punkt und wandert mit den professionellen und sehr freundlichen Gruppenleitern zusammen durch den Dschungel von Goyave, auf der grünen Insel Grand-Terre gelegen. Durch sehr sattes Grün, vorbei an blühenden Palmen und anderen Pflanzen, wandert Ihr durch einen Fluss zu einem erfrischenden Wasserfall, der sofort zum Baden einlädt. Dies ist noch ein Geheimtipp bei Touristen und meistens seid Ihr in einer kleinen Gruppe ganz unter Euch. Nach dem kühlen Badespaß versorgen Euch die netten Guides mit Wasser, Säften und traditionellen Häppchen der Insel. Nach einer guten Stunde Erholung am tropischen Wasserfall tretet Ihr den Heimweg an. Die Gruppenleiter sind sehr unterhaltsam und gehen auf jede einzelne Frage sehr ausführlich ein. Auch wenn Ihr keine Wanderer seid, ist dieses Pensum trotzdem sehr gut zu schaffen.

_MG_1996Achtet nur darauf, dass Ihr Wanderschuhe, Laufschuhe oder vielleicht anderes, festes Schuhwerk tragt. Keine Sandalen, Flip-Flops oder Stoffschuhe. Teilweise ist die Strecke steil, felsig, glitschig und manchmal wandert ihr wadentief durch das erfrischende Nass des Flusses. Keine Angst, tiefer müsst Ihr nicht ins kristallklare Wasser. Mit Mücken hatte ich keine Probleme, aber vielleicht packt ihr Euch einfach mal ein Antimücken Spray in den Rucksack, denn nicht jeder Tag ist wie der andere.

Kulinarische Reise in Pointe-à-Pitre (Food tour):
Mich interessiert an einem Land auch immer sehr das Essen, da es für mich zur Kultur des jeweiligen Landes dazu gehört. Ich empfinde es als wichtig, mich auch damit auseinanderzusetzen und da ich sowieso sehr gerne esse, ist das für mich natürlich immer mit viel Freude verbunden.

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Dazu muss ich kurz erklären, dass ich seit einigen Jahren schon vegetarisch lebe. Fleisch habe ich immer schon sehr gerne gegessen, da es mir geschmacklich sehr zugesagt hat. Was mir aber gar nicht gefällt, dass es mittlerweile in vielen Ländern eine ekelhafte Massenabfertigung gibt und ich es den Tieren einfach nicht mehr zumuten möchte, nicht artgerecht behandelt zu werden. Ich denke aber auch, wenn man sich auf Länder einlassen möchte, Land und Leute mit ihrer Kultur und dem damit verbundenem Brauchtum erleben will, gehört auch Essen dazu. Auch Fleischgerichte. Sofern sie natürlich im jeweiligen Land gegessen werden. Daher probiere ich (mit schlechtem Gewissen den Tieren gegenüber) ab und an auch traditionelle Fleischgerichte, wenn ich auf Reisen bin.

_MG_3740Der kulinarische Ausflug, den ich ebenfalls mit Tourisme Sensation gemacht habe, startet morgens um 10:00 Uhr in Pointe-à-Pitre die Hauptstadt Guadeloupes. Für 10 Euro könnt Ihr die unterschiedlichsten Speisen der Insel probieren und macht auch gleichzeitig eine Führung durch die belebte und quirlige Stadt. Zum Beispiel bekommt Ihr das berühmte Sorbet de Coco (Kokoseis) serviert, für Fans der Kokosnuss ist wirklich Vorsicht geboten, da das Sorbet durch die frischen Zutaten sehr aromatisch und frisch schmeckt – man kann nicht genug davon bekommen!

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Auf „Eurer Speisekarte“ stehen natürlich auch herzhafte Köstlichkeiten und auch der berühmte Tea Punch, Rum mit Rohrzucker und Limetten, darf an so einem Tag nicht fehlen. Die Kosten für die Speisen und Getränke, die Euch gezeigt und gegeben werden, sind in den 10 Euro schon enthalten. Trotzdem solltet Ihr mehr Geld einstecken, da Ihr den Fisch-, Bauern-, Blumen- und Gewürzmarkt besucht und dort tolle Mitbringsel für die Daheimgebliebenen kaufen könnt. Ich mag besonders gerne die verschiedenen Gewürze, die auf den Inseln Gwadas angebaut werden. Rum kauft Ihr Euch besser in einer Rumdestillerie, aber darauf gehe ich später noch im Artikel näher ein.

Ausflug mit dem Katamaran:
Segeln ist eine meiner großen Leidenschaften. Noch habe ich leider keinen Segelschein in der Tasche, aber immer wenn ich irgendwo am Meer bin, versuche ich auch für längere Zeit aufs Meer zu kommen. Auch auf Guadeloupe bin ich für einen Tag mit einem Katamaran auf dem Wasser. Ich liebe das Gefühl von Freiheit, wenn der Wind mir um die Nase weht, ich das Salz des Meeres riechen kann und mir das Wasser ins Gesicht spritzt. Ebenfalls liebe ich es barfuß zu sein – was passt da also besser als ein Tag auf dem Meer zu verbringen?

_MG_4724Mit Talamanca bin ich einen ganzen Tag auf See und genieße das besondere Gefühl auf dem Meer zu sein. Um 09:00 Uhr morgens treffe ich mich am Pier des Fischerhafens im wunderschönen Ort in Deshaies (Dee gesprochen) auf Basse-Terre. Dieses kleine Örtchen solltet Ihr Euch so oder so, während Eures Aufenthalts auf der grünen Seite Guadeloupes, anschauen. Es ist ein sehr ursprünglicher, malerischer Ort mit schönen Stränden, kleinen Marktständen und geringem Straßenverkehr. Um Luft zu holen und ein bisschen auszuspannen ist dies ein wahrhaft prädestinierter Ort. Am Pier des Hafens holt Euch ein Mitarbeiter des Kapitäns mit einem Dingue, kleines Beiboot, ab und bringt Euch ein paar Meter raus zum Katamaran. Ihr fahrt von Deshaies Richtung Osten zum Jacques Cousteau Reserve, um dort vor Anker ein sehr leckeres Mittagessen einzunehmen. Auf dem Weg dorthin habt Ihr die Möglichkeit in einem der vier großen Netze des Katamarans Eure Seele baumeln zu lassen und nach Meeresschildkröten und fliegenden Fischen Ausschau zu halten. Vielleicht seht Ihr sogar Delfine, die manchmal Segelboote streckenweise begleiten. Nach zwei bis drei Stunden segeln an der Insel Pigdeon Island angekommen, wird geankert und Ihr könnt mit Eurer eigenen, oder vom französischen Kapitän zur Verfügung gestellten Schnorchel-Ausrüstung, die Gegend um den Katamaran nach Meeresschildkröten absuchen.

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Lange werdet Ihr nicht suchen müssen, da an den Ankerplätzen der Boote, am Meeresgrund, überall Seegras wächst. Schnell erblickt Ihr die großen und ruhigen Meeresschildkröten, die am Grund grasen. Ein paar Meter weiter, am Rand der Felsen, findet Ihr viele Korallen und bunte Korallenfische. Im Anschluss an die tolle Begegnung mit den vielen Meeresbewohnern geht es zurück nach Deshaies. Der Kapitän und die Crew sind sehr nett und erklären Euch gerne wie man die Segel setzt oder wie man für einige Meter den Katamaran durch den Ozean manövriert.

_MG_4855Auf dem Rückweg musste ich mir sogar ganz kurz die Augen reiben, da plötzlich Richtung Horizont ein Buckelwal aus dem Wasser schoss. Eine wahrhaft sensationelle Begegnung, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Von Januar bis März sind viele Wale vor Guadeloupe zu sichten und mit großer Wahrscheinlichkeit bekommt Ihr die behäbigen Riesen in diesen Monaten zu Gesicht.

Kunstgalerie „Kreol West Indies“:

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Das Konzept eint Museum (Außen- und Innenbereiche), Galerie und Shop. Künstler Guadeloupes stellen dort Ihr Werke aus und manche Exponate werden auch verkauft.
Das Museum kostet 2-3€ Eintritt und ist eine Sammlung an historischen Gegenständen. Die Erläuterungen und Erklärungen sind auf Französisch und Englisch.
Im Shop findet Ihr in jeder Preisklasse Kunstwerke. Feste und qualitativ gut gewirkte Strandlaken, bunte Holzschilder, Schmuck aus Papier, Glas und anderen Materialien, Taschen und Rucksäcke aus Segeltüchern und was sonst noch das Herz der Daheimgeblieben begehrt und erfreut.

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Mich haben besonders die dort vorhandenen Farben stark begeistert, vor allem die tolle Street-Art von dem Künstler Yeswoo Dini, die man draußen vor dem Gebäude findet. Auch das Gebäude an sich mit der umliegenden Bepflanzung ist eine große Freude fürs Auge.

Das Museum „Mémorial ACTe“:

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Leider habe ich es aus Zeitgründen nicht mehr geschafft in dieses, wie ich finde, sehr wichtige Museum zu gehen. Peinlich berührt muss ich sagen, dass ich dies wirklich bereue, da dort die Geschichte der Sklaverei veranschaulicht wird. Es ist ein karibisches Zentrum des Ausdrucks und des Gedenkens an den Sklavenhandel und Sklaverei, so das Museum über sich selbst.
Für Fans der Architektur ist das Gebäude von 2015 natürlich ein Pflichtbesuch.
Gebäude:
Der schwarze Kasten beherbergt die Dauerausstellung und stellt den Sockel dar, der den Schatz der Kenntnis der Vergangenheit birgt. Die von Quarzsplittern durchsetzte schwarze Granitfassade erinnert an die Millionen Opfer des Sklavenhandels und der Sklaverei. Die silberne, filigrane Konstruktion symbolisiert Wurzelbildung, die sowohl eine Suche nach den Ursprüngen als auch eine in die Zukunft gerichtete Dynamik andeutet. Diese Wurzeln verleihen dem Gebäude eine puristische, dynamische und entschieden moderne Form, laut Mémorial ACTe. Kameras und Handys sind im Museum nicht erlaubt, können aber an der Kasse in Schließfächer weggeschlossen werden. Die Fächer stehen direkt vor der Kasse und sind somit in ständiger Beobachtung.
Eintrittspreis: 15€
Familienpass: 45€
– Dauerausstellung auf 1700 m2
– Ein Raum für Wechselausstellungen auf einer Fläche von 700 m2

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Und viele weitere Räumlichkeiten, um das Museum zu erfahren. Zusätzlich befinden sich interessante Installationen vor dem Gebäude, die ebenfalls berühren und zum Nachdenken anregen. Dieses Kunstwerk ist zum Beispiel von dem dominikanischen Künstler Tony Capella und heißt Mar Invadido.

Der Vulkan La Soufrière:

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Auf Base-Terre findet Ihr im Nationalpark Guadeloupes den 1467 Meter hohen Vulkan La Soufrière. Er ist der höchste Vulkan der Kleinen Antillen und sollte unbedingt auf Eurem Reiseplan stehen. Euch erwartet eine atemberaubende Landschaft mit saftig grünen Flächen, schroffe Vulkanformationen, extremer Schwefelgeruch und viele andere unvergessliche Momente hoch oben über den Wolken.

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Wenn Ihr gerne ohne viele Menschen den Vulkan und die vielseitige Fauna sehen wollt, solltet Ihr schon früh morgens gegen 05:00 Uhr und 05:30 Uhr mit dem Aufstieg beginnen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist der, dass ihr mit Eurem Auto ziemlich weit vorfahren könnt und sogar noch einen Parkplatz am höhergelegenen Naturpool bekommt. Weiter könnt Ihr mit dem Auto nicht fahren, es ist die letzte Möglichkeit das Auto abzustellen und von dort aus den Vulkan zu erklimmen. Ich bin leider erst gegen 11:00 Uhr am Naturpool losgelaufen, da sich durch einen unfähigen Autofahrer – er blieb auf der Straße stehen und weigerte sich Platz für andere Autofahrer zu machen – eine sehr lange Schlange bis hoch zum Parkplatz gebildet hat und kein Auto für längere Zeit mehr hoch und runter gekommen ist.

_MG_4306Der Aufstieg beginnt relativ harmlos im satten Grün und steigert sich langsam immer ein kleines bisschen mehr. Auch für ungeübte Wanderer ist das Pensum gut zu schaffen. Normalerweise braucht man circa 3 Stunden für Auf- und Abstieg. Eine Pause noch mit eingerechnet. Ich habe mir allerdings viel Zeit gelassen, da ich unterwegs zahlreiche Fotos geschossen, Bewegtmaterial aufgezeichnet und Tiere beobachtet habe.

_MG_43526-7 Stunden habe ich mich ungefähr in dem großen Areal des La Soufrière aufgehalten. Ich hatte das große Glück – von Regen über Sonne bis hin zu Nebel und Kälte – fast jedes mögliche Wetter anzutreffen. Packt Euch auf unbedingt für die Wanderung längere Kleidung, festes Schuhwerk, Sonnencreme, Hut, Badesachen für den Pool, Essen und ausreichend Wasser und Plastiktüten für schlammige und schmutzige Kleidung ein.

_MG_3968In diesen Höhenlagen müsst Ihr mit Wetterschwankungen rechnen.
Wenn Ihr die Vulkanwanderung nicht alleine antreten wollt, könnt Ihr natürlich auch eine geführte Wanderung machen.

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Der Friedhof „Morne-à-L’eau“
Der Ort Morne-à-l’Eau liegt im Landesinneren von Grand Terre und hat eine Touristenattraktion hervorgebracht. An einem Hang gelegen ist ein sehr interessanten Friedhof vor über 100 Jahren errichtet worden. Schon bei der Einfahrt in den Ort springen einem regelrecht die Grabkapellen ins Auge. Es ist ein skurriler Platz mit Hunderten Mausoleen, meist nach Schachbrett-Art in schwarz-weiß gehalten.

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Ihr findet auch immer wieder ein paar Ruheplatze, die in anderen Farben gehalten sind, wie Rosa, Pastellgelb oder Hellblau. Die meisten Grabmäler sind mit Fliesen verkleidet, ein paar sind ganz reduziert nur mit Sand bedeckt, manche sind nur angemalt und wiederum andere, sind aus Marmor gebaut und mit aufwendigen Intarsienarbeiten verziert. Ein paar Bauten sind gestaltet wie kleine Häuser, es befinden sich richtige Sitzplätze im Inneren der Totenhäuser und wirken fast wie kleine Wohnräume. Manche Gräber sind mit Schrägdächern und Terrassen ausgestattet und laden fast zum Entspannen in „gemütlicher Runde“ ein. Auf mich irgendwie bizarr wirkend.

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Häufig werden auf Guadeloupe Mausoleen gebaut, da es sehr schwierig ist im harten Vulkanboden Gräber auszuheben. Das wohl älteste Grab von Morne-à-l’Eau stammt aus dem Jahre 1847.
Der Friedhof ist kostenlos und absolut sehenswert.

Ein Ausflug zur Insel Les Saintes:
Nach Les Saintes solltet Ihr unbedingt fahren oder fliegen. Für mich ist es ein Ort mit einem besonderen Hafen, der mir irgendwie nicht mehr aus dem Kopf geht. Nach Sydney ist der Hafen von Les Saintes für mich der schönste Hafen der Welt. Mit der besonderen Topographie der Insel wirkt der Hafen sehr spektakulär und irgendwie surreal. Schaut einfach mal im Internet nach einem Foto, das den Hafen aus der Vogelperspektive oder von einem der Aussichtspunkte zeigt.

_MG_5725Ihr solltet ein bis zwei Nächte für Les Saintes einplanen, um ganz früh morgens mit einem gemieteten Roller zum Fort Napoléon des Saintes zu fahren. Ihr habt dann die Vorteile auf Eurer Seite: Zum einen ist es noch nicht zu heiß und zum anderen, drängen sich auch keine anderen Personen auf Euer Foto.

_MG_5784Ich habe mir die netten Geschäfte im Hafen angeschaut und bin zum Strand gegangen, um in Ruhe und Abgeschiedenheit von allen ein kühles Bad zu nehmen. Dieser Strand ist nicht gut besucht, da er eher bei den Einheimischen bekannt ist und nicht bei den zahlreichen Besuchern, die jedes Jahr Les Saintes aufsuchen. Ihr müsst unbedingt auf Les Saintes immer eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor dabei haben. Die Sonne scheint gnadenlos und es wird immer extrem heiß!

Die Insel Marie-Galante:
Die ursprüngliche, entschleunigte und beseelte Insel, lädt meiner Meinung nach für mehrere Tage zum Verweilen und Entdeckten ein. Ich habe mich dazu entschieden sechs Nächte in Saint François auf einem Segelboot zu wohnen. Die Singapore Sling habe ich über Airbnb gefunden und mich auf Anhieb in sie verliebt.

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Ich mag einfach das maritime Leben und alles was dazu gehört. Mit der Fähre für knapp zwanzig Euro bin ich von Pointe-a-Pitre nach Saint-Louis gefahren und wurde direkt am Steg von Pierre, dem Besitzer und Kapitän der Singapore Sling, empfangen. Mit dem Dingue, motorisiertes Beiboot, sind wir zu meinem neuen Zuhause auf Zeit gefahren. Nach einer freundlichen und langen Einführung in die Gepflogenheiten und Regeln der Segler, habe ich dann Kapitän Pierre zurück an Land gebracht. Das circa 25 Jahre alte Boot mit drei Kajüten, liegt ungefähr 30-40 Meter vom Festland entfernt. Es ist mit allem wichtigen für das tägliche Leben ausgestattet. Über eine voll funktionsfähige Küche mit Süßwassertanks bis hin zu zwei Badezimmern mit Duschen und einigen Steckdosen für Kamera, Fön oder welche Gerät auch immer, ist der Einmaster ein schwimmendes Appartement. Falls Ihr an Seekrankheit leidet, ist die Wahl eines Segelbootes wahrscheinlich nicht so gut. Auch wenn die Singapore Sling ankert, kann sie sich natürlich stark schwankend bewegen. Während den ersten Nächten konnte ich nicht durchschlafen, denn die Wellen haben für eine enorme Geräuschkulisse gesorgt. Dazu wurde ich noch ziemlich durchgeschüttelt. In der dritten Nacht war die Natur aber gnädig und ich konnte wunderbar durchschlafen.

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Sicherheit wird übrigens auf diesem Boot groß geschrieben. Der Besitzer hat zum Beispiel grundsätzlich drei Anker mit an Board, so dass prinzipiell auch mehrere Anker gesetzt werden können. Nachdem Pierre den Anker geworfen taucht er kurz mit Flossen und Maske ab und schaut nach, ob der Anker (oder manchmal die Anker) richtig im Grund befestigt sind. Dies macht er tagsüber und auch nachts. Gerne segelt Pierre Euch auch für einen Aufpreis von circa 250€ aus dem Hafen von Saint-Louis zu einem einsamen Strand, am dem Ihr ungestört baden und Euch sonnen könnt.

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In der Zeit bereitet der Kapitän und Chefkoch Euer Lunch vor und holt Euch pünktlich zum Mittagessen wieder mit dem Dingue an Board der Singapore Sling. Nachdem ich völlig begeistert frischen Fisch, knackigen Salat und Olivenbrot gegessen habe ging es auch direkt weiter zur Anse Canot. Dort vor Anker gegangen werdet Ihr vom Kapitän nachmittags alleine gelassen und könnt an diesem Ankerplatz Korallenriffe, Fische, Rochen und die wunderbare Flora mit ihren magischen Farben genießen.

Rumdestillerie auf Marie-Galante:
Ich bin ein großer Fan von Rum. Daher bin ich besonders aufmerksam geworden, als ich häufiger gehört habe, dass es auf den Inseln Guadeloupes den besten Rum der Karibik geben soll. Einheimische und Franzosen haben mir dann den Besuch einer Rumfabrik auf Marie-Galante ans Herz gelegt. Bielle, eine Destillerie gegründet Ende des 19. Jahrhunderts, liegt im Herzen der Insel und lädt zu einem ausgiebigen Besuch mit anschließender Rum Verkostung ein.

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Ich bin völlig hin und weg von dem Rum Brut de Fût mit 53,1%, der im Jahr 2013, 2014 und 2015 Preise erzielt hat. Leider darf man nur einen Liter Alkohol nach Deutschland einführen und somit bringe ich mir eine Mischung von sechs Rumlikören mit nach Hause. Orange, Vanille, Cocos, Kaffee, Schokolade und Rum Blanc sind die auserwählten Sorten, auf die ich mich schon freue. Solltet ihr Rumliebhaber sein, ist es für Euch ein Muss die Produktionsstätte des braunen Goldes der Karibik aufzusuchen. Der Rum Blanc ist nicht wirklich mein Fall, da er mit persönlich zu trocken ist.
Auf der Insel seht Ihr zum Beispiel im März wie das Zuckerrohr von Hand geerntet wird. Auf den größeren Inseln Guadeloupes fahren die Landwirte die Ernte mit großen Traktoren ein, aber auf Marie-Galante sieht man noch die ursprüngliche Art das Zuckerrohr zu gewinnen.

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Weitere Fotos findet Ihr im Atelier.

Aloha

Michaela